Das Jahr 2017 begann für die Kristallsucher in den schweizer Alpen wesentlich früher als üblich. Als wir Anfang Juli das erste Mal zu unserem Biwak aufstiegen um zu prüfen ob der Winter und das Eis irgendwelche Schäden hinterlassen haben, trauten wir unseren Augen kaum. Der Gletscher war beinahe schneefrei und an den südlich ausgerichten Pfeilern waren bereits einige neue Felspartien freigelegt. Unsere Vermutung (und Hoffnung) bestätigte sich also! Da wir auch noch das unverschämte Glück hatten als Erste vor Ort zu sein, fanden wir bereits bei unserer Erkundungstour zwei offene Klüfte. Es handelte sich dabei um eine neue Zone mit ungewöhnlicher Paragenese von Ilmenit, Chloritphantomen und leicht rauchigem Bergkristall. Nach diesem überraschend einfachen und schnellen Erfolg beschlossen wir das Jahr 2017 den Gletscherrändern zu widmen - was sich als weiser Entschluss herausstellen sollte. Einen großen Haken hatte diese Art des Strahlens jedoch: Durch die extrem heißen Temperaturen, im Wechsel mit Schauern und Gewittern, war es kaum möglich längere Zeit am Stück im hochalpinen Gelände zu verbringen. Ausserdem verabschiedete sich der Permafrost aus den Nordwänden (nicht nur) unseres Strahlergebietes. Steinschlag war dort unser ständiger Begleiter. An einer Kluft mit schönen aber kleinen Gwindeln und Fadenquarzen brach ein ganzer Pfeiler binnen Sekunden ab. Die herabfallenden Steine zeigten einem wie Nahe Erfolg und ein fataler Fehler beieinander liegen - und welchen Weg man als Strahler bei einem solchen Fehler nehmen würde. Letzten Endes brachen wir unsere Tour in diesem Gebiet ab, auch wenn die Verlockung groß war. Es wird wohl noch etwas Geduld und einen kühlen Sommer brauchen um dort weiter zu arbeiten... in jedem Fall war es ein genialer Sommer, nicht zuletzt durch Tobi, der den ganzen Sommer frei hatte! Leider nur alles viel zu schnell vorbei...

Strahlen 2017

Neuland...

Go to top